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 theater     
Tötend und getötet seh’n wir gleiches Blut
am 24. Januar 2012 von Caro

In der Berliner Schaubühne gibt es Sophokles’ „Antigone“ mit Glitzer und Gesang, um nicht zu sagen mit Pauken und Trompeten. Die Inszenierung ist seit Februar 2011 im Repertoire – und auch nach meinem 4. Mal als Zuschauerin bin ich immer noch der Meinung: Es lohnt sich!

Antigone – eine Frau oder zwei Männer?

Vom Drama „Antigone“ bleibt am Ende in der Schaubühne nicht viel übrig: Nur das Gefühl, nichts verstanden zu haben von der klassischen Tragödie, macht sich breit. Und die zwischen dem ganzen Glitzer versteckte Frage, was Friederike Heller uns mit ihrer Inszenierung sagen will.

Zur -> weiter lesen

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 theater     
Leere Stadt
am 7. September 2011 von Caro

Eine Stadt irgendwo im Nirgendwo. Zwei Brüder, deren Blutsverwandtschaft einzig sie daran hindert, sich gegenseitig umzubringen. Krieg. Drogen. Was ist zu tun, wenn die letzte Nacht vor einem liegt?

Das zwei-Mann Stück „Leere Stadt“ von Dejan Dukovski erzählt die Geschichte von zwei Brüdern, die in Zeiten des Krieges unerwartet aufeinander treffen und gemeinsam eine letzte Nacht ohne Grenzen verbringen. Über einiges wird geschwiegen, alles wird hinterfragt: Gjore und Gjero setzen sich mit ihrer Kindheit auseinander, verhandeln schon lange gesetzte Rollen neu und versinken schließlich mal in Vorwürfen, mal in Selbstmitleid.

Wie geht man mit der Gewissheit um, nur noch eine Nacht -> weiter lesen

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 bildende kunst    film 
Die Kunst des Storyboards
am 29. August 2011 von slava

Zurecht trägt die sich über zwei Stockwerke und drei Räume erstreckende Storyboard-Ausstellung den Titel „Zwischen Film und Kunst“, denn was sie zeigt, ist nicht nur die Handschrift von Künstlern wie Fritz Maurischat, Paul McCarthy oder Alex Tavoularis. Neben der Previsualisierung von Filmfragmenten kann auch die mechanische Wirklichkeit auf kleinen oder großen Bildschirmen bewundert werden. Zeichnung gegen Szenenbild, Zeichnung im Vorfeld des Szenenbildes, Zeichnung als Versuch, als Hilfe für Kameraeinstellungen, Zeichnung als Veranschaulichung dessen, was filmisch umgesetzt werden soll.

Wie -> weiter lesen

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 theater     
”Herzsprung” trifft ”Durchgedreht 24”
am 25. August 2011 von Jenn

Das Ende des Sommers und der Herbst in seiner Farbenpracht erwarten uns. Ebenso prächtig erwartet uns ein fantastisches Kunsttheater, welches uns

am 2. September in seiner voller Verrücktheit beehrt. Die Regisseurin und Theaterautorin Dominique Wolf erschuf ein Theaterkonzept der Wahrheit und der Authentizität, sei es durch die Art und Weise, wie sich Schauspieler ausdrücken oder durch die inhaltliche Raffinesse, welche sie in ihrer Aufführung vereint. Ein Theater für Realitätsverstrahlte!

Das Debüt, ”Durchgedreht 24”, hatte sich letztes Jahr in der Bar 25 bewiesen, worauf Dominique Wolf gleich ein weiteres aufführte und dieses Jahr sogar ihr drittes zeigt – und zwar im Kater Holzig, dem Nachfolger der Bar 25.

In dieser gesellschaftskritischen Aufführung werden benachteiligte Minderheiten, kulturell religiöse Ansichten, aber auch -> weiter lesen

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 film     
Super 8 Preview – wenn das Unheimliche in den Hintergrund rückt
am 4. August 2011 von slava

Damit der Kinobesuch ein inspirierendes Ereignis wird, braucht die Vorführung eine Mischung aus spannender Geschichte, stiller Innovation, hervorragenden Schauspielern und etwas Tradition, die den Rahmen für das eingebettete Novum schafft und eine Art fantastischen Bezug bzw. Rückkehr zur realen Welt erlaubt. Was kennen wir schon, aber irgendwie auch nicht? Was könnte auf der Leinwand den Atem rauben, fesseln, die Zweifel ankämpfen, den Zuschauer mitnehmen und für Begeisterung sorgen? Wie wäre es mit Aliens? Oder mit außergewöhnlichen Menschen?

J. J. Abrams als Regisseur und Steven Spielberg als Produzent haben in Super 8 eine Geschichte entstehen lassen, die schlicht als -> weiter lesen

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 bildende kunst     
Die Wanderausstellung
am 17. Juni 2011 von thomas

Eine Faustregel aus der Linguistik besagt: Je mehr Berge, desto mehr Dialekte. Ganz einfach weil die Täler in den Bergen oft so isoliert voneinander waren, dass sie genauso gut verschiedene Länder hätten sein können. Sie waren Mikrokosmen mit eigener Sprache, eigenen Sitten und eigenen Regeln. Schmale und oft nur unter Gefahr zu begehende Pfade waren lange Zeit die einzige Verbindung zwischen diesen isolierten Zellen und auch der einzige Weg, Waren zu transportieren und auszutauschen.

Der Heimatfilm instrumentalisierte die Romantik der Abgeschiedenheit, der Wanderburschen, der verbotenen Liebe, der Tradition und der Schmuggler und -> weiter lesen

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 bildende kunst     
DMY International Design Festival Berlin
am 8. Juni 2011 von anna

Vor einiger Zeit ist mir mein Fahrrad abhanden gekommen. Eigentlich klingt “abhanden gekommen” allzu euphemistisch. Es wurde mir geklaut. Vor meiner Haustür, zu allem Überfluss. Schön grün war das Rad und es war die reinste Freude, damit durch die City zu radeln.

Seitdem wird jedes grüne Fahrrad meinerseits mit einem sentimentalen Seufzer kommentiert. Vielleicht werdet Ihr mein Erstaunen verstehen, als ich vor dem folgenden Anblick auf dem diesjährigen DMY stehen blieb. Zwischen erlesenen Pappmöbeln, computergenerierten Porzellanlampen und beliebig zusammensetzbaren magnetischen Tischen stand ein Fahrradsattel auf einem grünen Rahmen, zu einem légèren Hocker umfunktioniert. Damit nicht genug. Fahrradkettenbestückte Regale verzierten die Wand. Beistelltische aus Fahrradfelgen ergänzten geschmackvoll die Sitzgarnitur aus Fahrradschläuchen.

Ob ein -> weiter lesen

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 konzert    musik 
Live Krautrock-Performance auf der hdk-Party
am 30. Mai 2011 von lorenz

Sind sie nun Straßenmusiker oder sind sie eine Band? Spielen sie Konzerte oder doch eher Performances? Handelt es sich eher um eine öffentliche Jam-Session oder doch um eine Art Gesamtkunstwerk?

All dies sind Fragen, die ich schließlich nicht endgültig beantworten will und nicht wirklich beantworten kann, wenn ich versuche, zu beschreiben, was genau drei in Berlin lebende Musiker unter dem Namen Camera vollbringen.

Doch bleiben wir zunächst bei den Fakten. Seit einem guten halben Jahr spielen Camera auf den Straßen und U-Bahnhöfen Berlins “Guerilla-Konzerte” – so nennen sie es selbst. -> weiter lesen

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 musik     
Nachruf auf Gil Scott Heron
am 29. Mai 2011 von thomas

Gil Scott Heron ist am 27.5. in New York im Alter von 62 Jahren verstorben.

Heron war mit seiner Poesie und mit politischen Texten wie „Whitey on the moon“, „We almost lost Detroit“ oder „Johannesburg“ maßgeblich an der Entwicklung von HipHop, R&B und Spoken Word beteiligt. Er wird von vielen Künstlern wie Common, Mos Def und Saul Williams als Inspiration und Vorbild genannt. Mit den Alben „Small Talk at 125th and Lenox“ (1970) und „Pieces of a man“ (1970) schuf er zwei Alben, die als absolute Klassiker gelten und der Titel seines Liedes „The Revolution Will Not Be Televised“ ging in den allgemeinen Sprachschatz über und wurde Teil des kulturellen Gedächtnisses.

2006 hatte XL Recordings Chef Richard Russel Gil Scott Heron davon überzeugt ein neuen Album aufzunehmen, was zu einer ähnlich erfolgreichen Synthese wie bei der -> weiter lesen

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 bildende kunst    galerie 
Nicolai Huch – Noch tanzen sie
am 24. Mai 2011 von thomas

Die Betonung im Titel von Nicolai Huchs Ausstellung liegt auf „noch“.

Noch tanzen sie. Noch sind sie zu erahnen. Noch haben sie einen Körper. Noch kann man schemenhaft erkennen, was kurz davor steht, in kleinste Teile zu zerfallen, zu explodieren und sich in giftigen Rauch aufzulösen.

Huch stellt seine Figuren auf Bühnen mit verwaschenen Vorhängen und lässt sie den letzten Tanz aufführen, sich noch einmal an bessere Zeiten erinnern, die nur noch in Neonfarben in schmutzigen Pfützen kurz aufleuchten und dann weiter die Gosse hinuntergespült werden. An die goldenen Zeiten, die zu einer morbiden Dekadenz verkrüppelt wurden und bald von -> weiter lesen

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