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	<title>huldigung der künste - blog</title>
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		<title>gallery weekend</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 11:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anna</dc:creator>
				<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[galerie]]></category>

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		<description><![CDATA[da ich vor einiger zeit einen fahrstuhl für ein gebäude beplanen durfte, stand ich vor der folgenden aufgabenstellung: brailleschrift und automatische ansage als option für die Kabinenausstattung einplanen? oder nicht? und wenn nicht, warum nicht? gleichberechtigung für alle menschen zu erreichen ist das bestreben vieler. und was ist mit gerechtigkeit? ist der barrierefreie zugang zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>da ich vor einiger zeit einen fahrstuhl für ein gebäude beplanen durfte, stand ich vor der folgenden aufgabenstellung: brailleschrift und automatische ansage als option für die Kabinenausstattung einplanen? oder nicht? und wenn nicht, warum nicht? gleichberechtigung für alle menschen zu erreichen ist das bestreben vieler. und was ist mit gerechtigkeit? ist der barrierefreie zugang zu gebäuden optional zu betrachten? ist lebensqualität in einer vielfältigen gemeinschaft eine option?</p>
<p>letzendlich kann ein kleiner taster welten eröffnen. oder auch nicht.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/unité.jpg"><img class="size-full wp-image-1515 aligncenter" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/unité.jpg" alt="" width="566,1" height="388,5" /></a></p>
<p style="text-align: center">
<p style="text-align: center"><a href="http://www.gallery-weekend-berlin.de/">http://www.gallery-weekend-berlin.de/</a></p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1512&amp;md5=458133735a0e0db6d67d80c5b1a267d0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jens Lekman und der sich schließende Kreis</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 11:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>birte</dc:creator>
				<category><![CDATA[konzert]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Lekman]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzten Mittwochabend im Berliner Postbahnhof. Jens Lekmans Konzert neigt sich dem Ende zu, es folgt eine ausgiebige Zugabe gefolgt von einer weiteren. Lekman und Band sind großzügig mit dem Berliner Publikum. Doch schließlich beendet der schwedische Singersongwriter dann doch seinen Auftritt &#8211; und zwar mit dem Lied, mit dem er auch vor einigen Stunden schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzten Mittwochabend im Berliner Postbahnhof. Jens Lekmans Konzert neigt sich dem Ende zu, es folgt eine ausgiebige Zugabe gefolgt von einer weiteren. Lekman und Band sind großzügig mit dem Berliner Publikum. Doch schließlich beendet der schwedische Singersongwriter dann doch seinen Auftritt &#8211; und zwar mit dem Lied, mit dem er auch vor einigen Stunden schon begonnen hat. Er nimmt selbst dazu Stellung, versucht dem Publikum damit auch gleich das Konzept seines aktuellen Albums “I know what love isn’t“ näherzubringen. “So vieles im Leben spielt sich in Kreisbewegung ab“ – formuliert Lekman es selbst. Man kehrt immer wieder in ein Stadium zurück, in dem man sich schon früher einmal befunden hat.</p>
<p>So eben auch an diesem spätsommerlichen Abend, doch komplett identisch ist das zuerst und zuletzt vorgetragene Liedgut dann doch nicht. Aus einem vorgetragenen akustischen Piano-Intro wird zum Schluss ein längerer und mit dem Gesang Lekmans versehener Song. Der Kreis schließt sich, bringt aber auch immer wieder Neues mit sich.</p>
<p>Auf sein Geschichtenerzählen während eines Auftrittes ist das ebenso gut übertragbar. Das eine oder andere Lied wird dabei gerne mit einer kleinen Anekdote vervollständigt und zu erklären versucht. So habe ich nicht zum ersten Mal von einer Kirsten Dunst in Göteborg gehört, die aufgrund von einer ausverkauften Vorstellung nicht mehr in den gewünschten Kinofilm hineinkam, das schwedische Gleichheitsprinzip somit selbst an Leib und Seele zu spüren bekam. Oder die Geschichte über einen Besuch in Berlin, bei dem Jens Lekman für Freundin Nina als Scheinverlobter herhalten musste. All das, was dem schwedischen Pop-Dandy selbst widerfährt, kriegt man da zu hören – nicht nur in Songs verpackt, sondern eben auch mal zwischendurch als pointenreiche, ungeschönte Nummer, ganz ohne musikalische Untermalung.</p>
<p>Das kommt gut an beim Publikum, eben vor allem weil der Schwede von Erzählung zu Erzählung variiert, bei einem Konzert etwas betont, was auf einem anderen wiederum gar keinen Platz in derselben Geschichte findet. Ein Déjàvu-Erlebnis stellt sich schon ein, aber nicht ein solches, das Langeweile versprüht. Nein, Mitlachen klappt dann selbst bei denen, die den Jens und seine Geschichten hinter den Songs schon gut kennen. Dazu trägt wohl auch das neue Album bei, das wieder Platz für neue Songs und neue Anekdoten schafft. Der Kreis schließt sich wieder, aber befördert viel neues, ungebrauchtes Material an die Oberfläche. Wie es nun auch immer um Jens Lekman und seine Songtexte bestellt ist, auf seine augenzwinkernd-selbstironische Art und Weise höre ich ihm gerne zu. Gerne wieder, auch ganz ohne auf den Text zu achten.</p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1500&amp;md5=d6e423c5bf79dca78e664e80260db39c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst 2012</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 18:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anna</dc:creator>
				<category><![CDATA[bildende kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69
10117 Berlin
27. April &#8211; 1. Juli 2012
Die Berlin Biennnale findet im zweijährigen Rhythmus seit 1996 an wechselnden Standorten in Berlin statt. Die Gründer des Vereins berlin biennale für zeitgenössische kunst e.v. verstehen das Projekt als eine experimentelle Plattform, welche die Kommunikation zwischen den Künstlern, Kuratoren, Veranstaltern und der breiten Öffentlichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KW Institute for Contemporary Art<br />
Auguststraße 69<br />
10117 Berlin</p>
<p>27. April &#8211; 1. Juli 2012</p>
<p>Die Berlin Biennnale findet im zweijährigen Rhythmus seit 1996 an wechselnden Standorten in Berlin statt. Die Gründer des Vereins <em>berlin biennale für zeitgenössische kunst e.v.</em> verstehen das Projekt als eine experimentelle Plattform, welche die Kommunikation zwischen den Künstlern, Kuratoren, Veranstaltern und der breiten Öffentlichkeit herstellt und fördert.</p>
<p>Artur Żmijewski, der diesjährige Kurator der mittlerweile siebten Kunstausstellung thematisiert die Wechselwirkungen zwischen Politik und Kunst. Brisante Themen, wie die gescheiterte Revolution in Ägypten, die Auswirkungen der Diktatur in Weißrussland auf die Bevölkerung oder die Drogenkriege in Mexiko werden aufgegriffen und anhand von Fallbeispielen erörtert.</p>
<p>Einiges Kopfzerbrechen bereitete mir die Aufgabe, ein passendes Motiv für die aktuell angelaufene BerlinBiennale 2012 zu finden. Einen Artikel über die Biennale für zeitgenössische Kunst, welche sich der bildenden Kunst versagt und explizit keine Bilder produziert, zu visualisieren, ist eine Kunst für sich.</p>
<p>Wie malt man Gewalt? Wie zeigt man Menschen, welche niemals mit Gewalt in Berührung gekommen sind, wie Schmerz und Unrecht sich anfühlen?</p>
<p>Man kann Gewalt fotografieren oder filmen. Doch bei jeder Dokumentation von Gewaltszenen stellt sich zwangsläufig die Frage &#8211; Warum hat der Bildermacher nicht in das Geschehen eingegriffen? Was hat ihn dazu bewogen den passiven Part des Szenarios zu übernehmen?</p>
<p>War es die Angst um die eigene Sicherheit? War es Profitdenken? Oder einfach die Sensationsgeilheit, welche uns durch die aktuelle Medienlandschaft täglich eingeimpft wird?</p>
<p>Warum stehen die Menschen täglich durchschnittlich eine Stunde vor dem eigenen Spiegelbild? Und warum verschließen sie ihre Augen vor dem Unrecht, täglich immer wieder aufs Neue?</p>
<p>Wir wussten schon lange, dass viele politische Ereignisse erst durch den künstlerischen Ausdruck sichtbar gemacht wurden. Gehör gefunden haben. Unsere Seele berührt haben.</p>
<p>Ist jedoch auch ein Umkehrschluss denkbar? Kann Kunst das politische Geschehen lenken? Blutige Auseinandersetzungen verhindern, bevor diese statt finden? Gar die Welt verändern?</p>
<p>Das gilt es herauszufinden. Wir werden sehen. Meanwhile, make love<br />
&#8230; not war!</p>
<p>„In nichts nachgeben, was die Gerechtigkeit betrifft, und auf nichts verzichten, was die Freiheit angeht.“ sagte Camus seinerzeit und hat mit dieser Formulierung eine universelle Forderung aufgestellt, gültig für alle Zeiten und heute aktueller denn je.</p>
<p><img class="alignnone" src="http://www.berlinbiennale.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/7-berlin-biennale-marina-naprushkina-deu011.jpg" alt="" width="624" height="567" /></p>
<p><a href="https://nash-dom.info/video/police/">https://nash-dom.info/video/police/</a></p>
<p><a href="http://www.bloggeramt.de/" title="BloggerAmt" target="_blank"><img src="http://www.bloggeramt.de/images/blog_button1.gif" style="border:0px" alt="Blogverzeichnis" /></a></p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1482&amp;md5=af658cdbe8b9b633acd14d736894e579" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Re/Act &#8211; hdk-Party am 27.4.</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 18:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>regina</dc:creator>
				<category><![CDATA[hdk]]></category>
		<category><![CDATA[party]]></category>
		<category><![CDATA[bi nuu]]></category>
		<category><![CDATA[huldigung der künste]]></category>
		<category><![CDATA[re/act]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Kontext von Gallery Weekend und dem bevorstehenden Arbeitertag am 1. Mai hinterfragt die Ausstellung „Re/Act“ im Rahmen der hdk/ den aktuellen State Of The Art zwischen Inszenierung des Privaten und Polit-Kunst mit gesellschaftlicher Tragweite.
In dieser Spannbreite bewegen sich die verschiedenen Kunstformen, die bei „Re/Act“ eine Nacht lang aufeinander treffen. Die einzelnen Werke beeinflussen ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="huldigung der künste am 27.4." src="http://www.huldigungderkuenste.de/bilder/binuu_klein.jpg" alt="" hspace="10" width="233" height="329" align="right" />Im Kontext von Gallery Weekend und dem bevorstehenden Arbeitertag am 1. Mai hinterfragt die Ausstellung „Re/Act“ im Rahmen der <em>hdk/</em> den aktuellen State Of The Art zwischen Inszenierung des Privaten und Polit-Kunst mit gesellschaftlicher Tragweite.</p>
<p>In dieser Spannbreite bewegen sich die verschiedenen Kunstformen, die bei „Re/Act“ eine Nacht lang aufeinander treffen. Die einzelnen Werke beeinflussen ihre Umgebung oder reflektieren das Geschehen um sie herum. Sie provozieren Reaktionen seitens des Publikums und rufen teils zur Interaktion auf.</p>
<p>Gulnara Petzold eröffnet den Abend mit einer Video-Performance: In „Video Ergo Summer“ nimmt sie uns mit in ihren ersten Sommer in Berlin, voller Trennungsschmerz, neuer Erfahrungen und einer Menge Party. Musik spielt in Gulnaras künstlerischer Arbeit eine zunehmend wichtigere Rolle. An einigen Stellen des Videos wird sie live dazu Musik machen und singen.</p>
<p>„Black Block Party“ ist der Titel der Bilderserie, aus der auch das Motiv des <em>hdk/</em>-Flyers stammt. Das Künstlerduo Jves und Katharina Knie spielen mit dem Wandel von politischen Aktivismen. Die Demonstrationskultur hat sich heute hin zur partytauglichen Projektionsfläche für allerhand Aussagen entwickelt, mit Auswüchsen wie „Hot Chicks from Occupy Wallstreet“ oder den 1. Mai-Demos und -Feierlichkeiten in Berlin.</p>
<p>Eine Video-Installation von Katharina Knie erlaubt neue Einblicke in die Raumsituation. Sie spielt mit dem fest inszenierten Ablauf einer Party: Anstehen, Zahlen, Jacke Abgeben, Bar, Tanzen. Mit Hilfe von Kameras löst sie das gewohnte Gefüge auf und bringt die Partybesucher ins (CC)TV.</p>
<p>Auf eine verstörende Inszenierung darf man sich bei Gallery Fist gefasst machen. Die Künstlergruppe aus Leipzig und Kopenhagen hält sich noch bedeckt, wann und wo ihr Auftritt bei der <em>hdk/</em> stattfinden wird. Als kleinen Vorgeschmack haben sie uns dafür folgende Videobotschaft übermittelt:</p>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/40868006?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="281" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></center></p>
<p>Re/Act<br />
kuratiert von Regina Lechner<br />
mit<br />
Gallery FIST<br />
Gulnara Petzold<br />
Katharina Knie &amp; Jves</p>
<p>-&gt; <a href="http://www.huldigungderkuenste.de/index.php?site=27.4.12+-+bi+nuu" target="_self">Weitere Informationen zur Party</a></p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1472&amp;md5=36081f038ed9a6994445d7ab37a2e5ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Tötend und getötet seh’n wir gleiches Blut</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 16:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Caro</dc:creator>
				<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Antigone]]></category>
		<category><![CDATA[schaubühne]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Berliner Schaubühne gibt es Sophokles’ „Antigone“ mit Glitzer und Gesang, um nicht zu sagen mit Pauken und Trompeten. Die Inszenierung ist seit Februar 2011 im Repertoire &#8211; und auch nach meinem 4. Mal als Zuschauerin bin ich immer noch der Meinung: Es lohnt sich!
Antigone &#8211; eine Frau oder zwei Männer?
Vom Drama „Antigone“ bleibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="Antigone" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/ec_7b25161424368e3fc6293c6c7eb51db7.jpg" alt="" hspace="10" vspace="0" width="214" height="320" align="left" />In der Berliner Schaubühne gibt es Sophokles’ „Antigone“ mit Glitzer und Gesang, um nicht zu sagen <em>mit Pauken und Trompeten</em>. Die Inszenierung ist seit Februar 2011 im Repertoire &#8211; und auch nach meinem 4. Mal als Zuschauerin bin ich immer noch der Meinung: Es lohnt sich!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Antigone &#8211; eine Frau oder zwei Männer?</span></p>
<p>Vom Drama „Antigone“ bleibt am Ende in der Schaubühne nicht viel übrig: Nur das Gefühl, nichts verstanden zu haben von der klassischen Tragödie, macht sich breit. Und die zwischen dem ganzen Glitzer versteckte Frage, was Friederike Heller uns mit ihrer Inszenierung sagen will.</p>
<p>Zur Erinnerung: Antigone ist das Kind von Ödipus, König von Theben, und dessen Mutter Iokaste. Als der blinde Ödipus nach Kolonos geht, wird er von seiner Tochter begleitet, die nach seinem Tod wieder nach Theben zurückkehrt. Fortan herrschen Antigones Brüder Polyneikes und Eteokles in Theben. Die geteilte Herrschaft Antigones Brüder ist jedoch nur von kurzer Dauer:  Eteokles vertreibt Polyneikes, der wiederum kurze Zeit später in den Kampf zieht, gegen seinen Bruder, gegen den König von Theben, gegen Theben, seine Stadt. Polyneikes und Eteokles töten sich gegenseitig am 7. Tor von Theben und deren Onkel, Ödipus’ Bruder Kreon, wird zum neuen König ernannt.</p>
<p>Kreon erlässt sofort das Gesetz, dass der Vaterlandsveräter Polyneikes nicht bestattet werden darf und dass jeder Versuch, Polyneikes zu begraben, mit der Todesstrafe geahndet wird. Antigone jedoch will genau das tun, ihrem Bruder die ewige Ruhe durch eine Bestattung ermöglichen, und begibt sich auf diese Weise in Lebensgefahr.</p>
<p>Das <em>war</em> Antigone. Eine Frau, die sich in einer von Männern beherrschten Welt alleine gegen den König und seine Gesetze gestellt hat, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.  Eine Schwester, die ihr eigenes Leben für die Rechte ihres Bruders aufs Spiel setzt. Antigone war eine <em>starke</em> <em>Frau</em>. Und umso verwunderlicher erscheint es am Anfang, dass ausschließlich männliche Schauspieler auf der Bühne stehen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">„Tritt vor in das Feld der Liebe“</span></p>
<p>Die Aufführung beginnt mit einer Gruppentherapie, deren ausschließlich männliche Teilnehmer, Musiker der deutschen Band „Kante“, und die Schauspieler des Hauses Christoph Gawenda und Tilman Strauß sind. (Diese Konstellation ist übrigens nicht neu: Schon am Staatstheater Stuttgart war in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ die erfolgreiche Zusammenarbeit der 2004 als „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ gewählten  Regisseurin mit der Band Kante zu sehen. Seit der Spielzeit 2009/10 gehört sie nun zum beständigen Ensemble der Berliner Schaubühne.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1466 aligncenter" title="Antigone" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/ec_0066321475a2a7b84e87fe51218e87c2.jpg" alt="" width="471" height="313" /></p>
<p>Spürbar esoterisch haucht Leadsänger Peter Thiessen in der Rolle des Konfliktlösers psychologische Standardsätze in sein Mikro und zaubert so den anderen Darstellern verwunderte, fast angewiderte Blicke auf ihre Gesichter. Den Schreikrampf Gawendas beendet er mit der Weisheit, Schreien sei keine Energie und auch im späteren Verlauf der Aufführung hat er immer wieder einen Ratschlag in Form einer Beschreibung der Situation parat. Die Finalszene leitet er ein mit den Worten: „Lasst uns aus diesem Theaterhaus einen Tempel der Vergessenheit machen“. &#8211; Das mit dem Tempel scheint zu funktionieren, Kante erzeugt so wahnsinnig  schön-schrecklich-harmonisch satte Klänge, dass einem die Spucke wegbleibt.</p>
<p>Der Übergang von der „Einleitung“ in Form der Gruppentherapierunde hin zum eigentlichen Drama erfolgt schließlich auf banal programmatische Weise; die Ansage Thiessens, er sei eigentlich gar kein Schauspieler, sondern Sänger der Band „Kante“, die den Chor der Theben darstellt, bereitet auf das vor, was folgen wird, lenkt die Aufmerksamkeit weg von den Glitzerhemden hin zum Inhalt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Christoph Gawenda als Bote Friederike Hellers Botschaft</span></p>
<p>Mit der aufbrauserischen Kraft eines Schauspielers des 21. Jahrhunderts liefern sich Eteokles und Polyneikes  einen Konkurrenzkampf von 400 Jahre vor Christus. Besonders Christoph Gawenda fasziniert mit seiner überragenden schauspielerischen Leistung, er verzapft die nicht unserem Sprachgebrauch entsprechenden Hölderlin’schen Verse in eine packende, emotionale und überzeugende Rede und zeigt auf diesem Wege die Aktualität der 2400 Jahre alten Tragödie. Mit seinem Adlerblick und den markanten Wangenknochen ähnelt er zwar dem Bösewicht und James Bond-Feind „Le Chiffre“ aus Casino Royale, als Antigone jedoch argumentiert und kämpft er, getrieben von dem Ideal, Gerechtigkeit zu schaffen, für die Bestattung Polyneikes’. Wie zwei Löwen im Käfig tänzeln Gawenda und Strauß mit Federboas bewaffnet auf dem Podest über der Band herum und übersetzen so die griechische Tragödie in die Sprache der Schaubühne: Skurrile Kostüme, glitzernde Erde und ein Chickenwings fressendes Plüschtier.</p>
<p>Die anfängliche Verwunderung über die rein männliche Besetzung legt sich spätestens in der Szene, in der Gawenda Euridike, Dionysos, Antigone und einen Boten in seinem Körper vereint. Kostümbildnerin Sabine Kohlstedt fährt das volle Programm auf, lässt ihn sowohl Glitzer-Plateau-Schuhe als auch Bademantel und Feder-Strass-Hut tragen. Antigone wird von jedem einmal gespielt, jeder ist Antigone. Grenzen existieren hier nicht. Es gibt keine Männer oder Frauen, kein Griechenland oder Deutschland. Nicht Recht oder Straftat. Kein &#8220;Entweder Oder§; nicht Polyneikes oder Eteokles soll begraben werden, sondern beide.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Wer <em>ist </em>Antigone?</span></p>
<p>Friederike Heller zeigt mit ihrer Inszenierung, wie sehr sich die Antigone von heute noch in den gleichen Konflikten wiederfindet wie zu Sophokles’ Zeit. So kitschig es sich auch anhört, Antigone, das sind wir alle. Wir alle, die wir manchmal die uns auferlegte <em>Gerechtigkeit</em> als <em>ungerecht</em> empfinden. Nahezu jeder Tatort dreht sich um genau diesen Engpass von <em>Gerechtigkeit</em> und <em>Selbstjustiz.</em> Der Täter macht sich strafbar und die Rechtfertigung seiner Tat lautet meistens in etwa so: „Aber ich wollte doch nur&#8230; meinem Opa endlich den lang ersehnten Tod ermöglichen / das Geld, was mir zusteht, zurückholen / durch eine Lüge meinem besten Freund schützen“. Was  nach <em>aber ich wollte doch nur&#8230;</em> kommt, ist eigentlich egal, es geht um den schmalen Grad zwischen gutem Willen und strafbarem Handeln. Ob etwas <em>gerecht</em> ist, das hängt von der Perspektive ab, aus der man es betrachtet: Aus der Perspektive des <em>Tötenden</em> oder des <em>Getöteten</em>. Die Moral aus der Geschicht’ muss hier wohl jeder selbst zwischen den Zeilen lesen.</p>
<p>„Antigone“ kann je nach Interesse und Vorahnung als Unterhaltungstheater oder als gelungene Adaption eines historischen Dramas betrachtet werden. Und ob man den musikalischen Stil von „Kante“ nun mag oder nicht, spielt keine Rolle, denn die Musik, ja die Musik, die ist einfach <em>der Hammer</em>.</p>
<p><em> Zu sehen ist „Antigone“ noch am 24., 25. Januar sowie und am 10. und 24. Februar in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.</em></p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1464&amp;md5=5ab79bc7b7a1b2938e952e02565525b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leere Stadt</title>
		<link>http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?p=1454</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 16:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Caro</dc:creator>
				<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Acting Accomplices]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturhaus Spandau]]></category>
		<category><![CDATA[Leere Stadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Stadt irgendwo im Nirgendwo. Zwei Brüder, deren Blutsverwandtschaft einzig sie daran hindert, sich gegenseitig umzubringen. Krieg. Drogen. Was ist zu tun, wenn die letzte Nacht vor einem liegt?
Das zwei-Mann Stück „Leere Stadt“ von Dejan Dukovski erzählt die Geschichte von zwei Brüdern,  die in Zeiten des Krieges unerwartet aufeinander treffen und gemeinsam eine letzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/259870_1906243350043_1660566005_1862944_1943702_n.jpg" alt="" hspace="10" width="275" height="181" align="right" />Eine Stadt irgendwo im Nirgendwo. Zwei Brüder, deren Blutsverwandtschaft einzig sie daran hindert, sich gegenseitig umzubringen. Krieg. Drogen. Was ist zu tun, wenn die letzte Nacht vor einem liegt?</p>
<p>Das zwei-Mann Stück „Leere Stadt“ von Dejan Dukovski erzählt die Geschichte von zwei Brüdern,  die in Zeiten des Krieges unerwartet aufeinander treffen und gemeinsam eine letzte Nacht ohne Grenzen verbringen. Über einiges wird geschwiegen, alles wird hinterfragt: Gjore und Gjero setzen sich mit ihrer Kindheit auseinander, verhandeln schon lange gesetzte Rollen neu und versinken schließlich mal in Vorwürfen, mal in Selbstmitleid.</p>
<p>Wie geht man mit der Gewissheit um, nur noch eine Nacht auf dieser Erde zu existieren? Die Protagonisten in der leeren Stadt sind sich zumindest  in diesem Punkt schnell einig: Es sollen Regeln gebrochen und Grenzen verwischt werden. Stationen ihrer Reise durch die unumgängliche Einsamkeit sind Casino, Theater, Kirche und Kiosk. Oder auch zu verallgemeinern  als die unendliche Weite des Drogenkonsums. Gjore und Gjero flüchten sich durch das Tor der Drogen und finden dahinter den Weg, „völlig losgelöst von der Erde“ abzuheben. Alles scheint sich in dieser einen Nacht abzuspielen, die Brüder durchlaufen ein Gefühlsbad, welches ihr gesamtes bisheriges Leben wiederspiegelt. Zwei Brüder, die scheinbar unterschiedlicher nicht sein könnten.</p>
<p>Zu Beginn steht fest, dass zwischen den beiden Persönlichkeiten eine tiefe Schlucht klafft, eine unüberwindbare Kluft, zusammengesetzt aus Hass, Liebe, Hilflosigkeit und Angst. Doch im Laufe des Abends wird diese Kluft zwar nicht verkleinert, aber die Perspektive gewechselt. Gjore und Gjero empfinden Empathie füreinander und erweichen ihre ganz persönlichen Kriegsfronten. Auf einmal wiegt die geteilte Trauer um den Tod des Vaters schwerer als die jüngste Meinungsverschiedenheit um eine Frau namens Maria und das gemeinsame Verlangen nach Betäubungsmitteln bringt sie einander näher als der Groll der Vergangenheit sie jemals voneinander entfernt hat.</p>
<p>Das Essentielle sind eher die Umstände, unter denen sich die Handlung abspielt, und keineswegs Ort,  Zeit oder Grund der Zusammenkunft: Es ist nicht wichtig, wie alt die Brüder sind, für welches Land sie jeweils als Soldat in den Krieg gezogen sind oder in welcher Stadt sie sich befinden. Der Fokus wird vom Kölner Regisseur Thomas Ulrich eindeutig auf das Hier und Jetzt gelegt. Auf diese Weise wird die Vergänglichkeit der Situation besonders deutlich und das verschwenderische, draufgängerische Verhalten Gjores und Gjeros nachvollziehbar. Die Schauspieler Jonas und Jean Paul Baeck, die auch im „echten Leben“ Brüder sind, verkörpern Gjore und Gjero bewusst auf  überzogen stereotypische Weise, sodass völlig groteske Situationen entstehen. So zeigt sich  beispielsweise der jüngere Bruder mit seiner verstellten hysterischen Stimme und den übertriebenen, großen Theatergesten und -Mimiken im krassen Gegensatz zum ernst  und knallhart wirkenden älteren Bruder. Verstärkt wird der Eindruck der verrückten, weltfremden Theaternacht außerdem durch die Sounds, die von Julius Richter live eingespielt werden. Dass Musik Atmosphäre schafft und (an den richtigen Stellen eingesetzt) in der Lage ist, eine einzigartige Situation zu kreieren, wird in „Leere Stadt“ ziemlich deutlich.  Zeitweise streicheln sanfte Pianoklänge das brüderliche Verhältnis, zeitweise versetzen dunkle, schwere Bässe sowohl Zuschauer als auch Akteure in eine unheimliche und ängstliche Stimmung.</p>
<p>Das Stück ernährt sich nicht von einzelnen Konstanten wie Bühnenbild, Musik, Licht  und Schauspielerei, sondern von der Atmosphäre, die insgesamt geschaffen wird.  Es geht um Krieg und um Freiheit, um Angst, Hass und um die Vergänglichkeit jeder einzelnen Sekunde. Wichtiger ist jedoch das tatsächliche Zurückbleiben eines Gefühls der Leere, deren Ursprung nicht genau zu orten ist.</p>
<p>&#8220;Leere Stadt&#8221;  fragt nach dem Sinn des Lebens und lässt gleichzeitig den „Unsinn“ spüren. Gesucht werden Antworten, vielleicht auch ein einziger Universalsatz, der Antworten für alles gibt. Gefunden wird nichts. Und so bleibt am Ende die Frage, ob es wirklich die Stadt ist, die leer ist, oder vor allem die beiden vom Krieg gezeichneten Brüder.</p>
<p style="text-align: center"><img class="alignnone size-full wp-image-1456" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/220796_1770812364353_1660566005_1682222_3333291_o.jpg" alt="" width="338" height="475" /></p>
<p>„Leere Stadt“ wird am 11.9.2011 um 20 Uhr im Kulturhaus Spandau aufgeführt. Tickets kosten 5€. Alle weiteren Infos gibt es auf <a href="http://www.kulturhaus-spandau.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=38&amp;Itemid=78" target="_blank">folgenden Seiten</a>.</p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1454&amp;md5=dc64fc0a5f75c1da703d433609d44f04" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Kunst des Storyboards</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 15:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>slava</dc:creator>
				<category><![CDATA[bildende kunst]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kinemathek]]></category>
		<category><![CDATA[Storyboard]]></category>

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		<description><![CDATA[ Zurecht trägt die sich über zwei Stockwerke und drei Räume erstreckende Storyboard-Ausstellung den Titel „Zwischen Film und Kunst“, denn was sie zeigt, ist nicht nur die Handschrift von Künstlern wie Fritz Maurischat, Paul McCarthy oder Alex Tavoularis. Neben der Previsualisierung von Filmfragmenten kann auch die mechanische Wirklichkeit auf kleinen oder großen Bildschirmen bewundert werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/IMG_0614.jpg"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/IMG_0614.jpg" alt="" width="230" height="188" align="right" hspace="10"></a> Zurecht trägt die sich über zwei Stockwerke und drei Räume erstreckende Storyboard-Ausstellung den Titel „Zwischen Film und Kunst“, denn was sie zeigt, ist nicht nur die Handschrift von Künstlern wie <strong>Fritz Maurischat</strong>, <strong>Paul McCarthy</strong> oder <strong>Alex Tavoularis</strong>. Neben der Previsualisierung von Filmfragmenten kann auch die mechanische Wirklichkeit auf kleinen oder großen Bildschirmen bewundert werden. Zeichnung gegen Szenenbild, Zeichnung im Vorfeld des Szenenbildes, Zeichnung als Versuch, als Hilfe für Kameraeinstellungen, Zeichnung als Veranschaulichung dessen, was filmisch umgesetzt werden soll.</p>
<p>Wie groß ist die Distanz <em>zwischen</em> Film und Kunst? Oder ist das Wort <em>zwischen</em> hier vielmehr ein verbindendes Element? Schöpft Film nicht seine Stilmittel eben gerade aus seiner Distanz zur Kunst?<br />
Auf der einen Seite kann die bildende Kunst, das <em>Fundament</em> angesiedelt werden; auf der anderen &#8211; die angewandte Kunst, die <em>Mechanik</em>, die <em>Funktionalität</em>. Was trennt eigentlich Film und Kunst? Und was vereinigt sie?</p>
<p>Eine Antwort auf diese Frage könnte der Betrachter in der Storyboard-Ausstellung finden. Skizzen bestimmen die Bewegungsabläufe der Filmprotagonisten, Licht und Schatten probieren Beleuchtungseinstellungen aus, Visionen werden mit dem Filzstift realisiert, ausprobiert, manipuliert. Grenzen werden gesetzt und überschritten. Auf Papier.</p>
<p>„Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg“ wurde im Juni 2011 in der Kunsthalle Emden eröffnet und ist zurzeit mit zusätzlichen Exponaten aus den Archiven der Deutschen Kinemathek in Berlin zu Besuch. Es ist eine Sonderausstellung, die ihr erstes Echo im musealen Kontext genießt. Gleich am Anfang wird Bezug auf das Wort <em>zwischen</em> genommen. Das Storyboard sei ein filmisches Arbeitsmittel, das zwischen dem künstlerischen Entwurf und der technischen Zeichnung angesiedelt sei. Die gezeichneten Einzelbilder würden die Überprüfung und die dramaturgische Überarbeitung des Einzelverlaufs einer Filmhandlung ermöglichen. Es ist also ein Mittel der Prozessdarstellung, des Übergangs: Von der abstrakten Idee hin zur detaillierten Sequenzierung eines Handlungsablaufs, ein <em>Zwischen</em>status quasi – zunächst die Idee, die Vision; dann die Illustration (das Storyboarden); dann die mechanische Darstellung. Der Film als Nachahmung vorgezeichneter Bilderserien.<br />
Interessant wirkt die Tatsache, dass für manche Filme über 1000 Zeichnungen angefertigt wurden, so z. B. für den Balettfilm „Die roten Schuhe“ (1948). Jede szenische Bewegung wurde vorgezeichnet. Mal grob und weniger scharf, mal so genau, dass es wie eine Ablichtung aussieht.</p>
<p align="center"><img src="http://osiris22.pi-consult.de/userdata/l_7/p_72/library/attachments/i_2402/01_mst3303a.jpg" title="Storyboad-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek, Foto: Marian Stefanowski" width="500" height="274"></p>
<p>Storyboards können mithilfe unterschiedlicher Techniken realisiert werden. Manche Künstler ziehen die monochrome Arbeitsweise vor (Graphit oder Tusche), andere setzen auf die Gewalt der Bunt- und Farbtöne, der Kreide, der Gouache oder des Aquarells. Und wer noch nie von einer <em>Blaupause</em> gehört hat, kann selbst den Unterschied zwischen einer Bleistiftzeichnung und einer auf der Basis von Azofarbstoffen (synthetische Farbstoffe) begutachten. Die Blaupause ist ein silberloses fotografisches Lichtpausverfahren. Damit ist eine Kontaktkopie gemeint, die fotochemisch aus einer transparenten oder einer dünnen Papiervorlage auf einem Spezialpapier erstellt wird. Bei den Storyboards zu „Star Wars“ wurde beispielweise mit Blaupause gearbeitet.</p>
<p>Die Storyboard-Ausstellung, auch wenn etwas hollywoodhaftig, ist durchaus informativ – was die Kunst an sich und auch die mechanische Umsetzung anbelangt. Diese Art von Zusammenschau ist neu. Rückblickend wird der Begriff <em>Storyboard</em> als Wortschöpfung den Walt Disney Studios zugeschrieben. Dort wurden Einzelzeichnungen tatsächlich an ein „Board“ (Korktafel) gepinnt und bei der Besprechung hin- und hergeschoben. Das Storyboard als filmisches Arbeitsmittel wurde in Hollywood verstärkt seit Ende der 1930er Jahre verwendet. Und während viele der vorgezeichneten Spielfilme einen nicht zu unterschätzenden Erfolg gefeiert haben („Im Bann des Eulenspiegels“, 1932; „Men Hunt“, 1941; „Vom Winde verweht“, 1939 etc.), sind die Illustratoren meistens im Hintergrund geblieben. Ein guter Grund, deren Arbeit und vor allem deren Kunst in einer Ausstellung zu würdigen.</p>
<p>Diese beginnt mit einem Klassiker: Mit Kohle auf Transparentpapier wurde die Sequenz des Atlantikfluges in „Das Schiff der verlorenen Menschen“ (1929) vorgezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Stummfilm, der Tonfilm setzte gerade an. Dynamische Zeichenfolgen, zum Teil mit Sprache versehen, deuten Szenen und Emotionen an und werden aus heutiger Sicht als Vorform des Storyboards verstanden. 1932 entstand mit Frank Wisbars „Im Bann des Eulenspiegels“ der so genannte „Papierfilm“. 1937 war das Geburtsjahr des ersten farbigen Animationsfilms &#8211; „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ &#8211; in den Walt Disney Studios. 1940 wurde ebenfalls von Walt Disney die Previsualisierung für „Fantasia“ entwickelt. 69 Jahre später, im Jahr 2009 stellt der US-Performancekünstler Paul McCarthy das Leben in <em>Disney-Land </em>in Frage, indem er mit Ölkreide einen „sich drehenden Zwerg“ zeichnet, dessen <em>Vollkommenheit</em> (verstanden als <em>American Dream</em>) durch collageähnliche Ausschnitte aus Pornozeitschriften und Zigaretten- oder Parfumwerbung zerstört wird.<br />
In den Storyboards liegt der Fokus zum größten Teil auf den Bewegungen der Protagonisten: Oft sind Pfeile zu sehen, die auf die Bewegungsrichtung hinweisen. Manche Zeichnungen sind äußerst präzise, andere grobe und architekturhaftige Skizzen; der Besucher sieht sich unter anderem auch mit malerischen und verzerrten Figuren konfrontiert, die eine nicht auf Realismus zielende Gestaltung im Stil von Miró oder Kandinsky beanspruchen („Die roten Schuhe“). Im Gegensatz dazu wünschte sich Alfred Hitchcock für „Ich kämpfe um dich“ (1945) keine unscharfen und nebulosen Bilder, sondern hyperrealistische, überscharf gezeichnete Motive. Martin Scorsese fertigte selbst die Vorplanung für „Taxi Driver“ (1976) an. Bis heute nutze er für seine Filme diese Technik, um sich über Kameraperspektiven und –einstellungen, über visuelle Anschlüsse und Bewegungsabläufe klar zu werden. In einem weiteren Klassiker – „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) – wurden Storyboards für rund 80 Prozent der Szenen verwendet. Für die Vermittlung von Spezialeffekten und Filmtricks hat sich die darstellerische Vorplanung unverzichtbar gemacht.</p>
<p>Der aufmerksame Besucher wird es merken: Mit der Zeit wurde die Technik des Storyboardens ausgefeilter. Der Begriff „optisches Drehbuch“ kam hinzu, Handzeichnungen und Computertechnik wurden miteinander kombiniert. Die Previsualisierung spielte schon damals, und heute noch mehr, eine Rolle bei der frühzeitigen Einschätzung des Filmbudgets. Bei dem Film „Der Liebhaber“ (1992), der zum Teil in Vietnam gedreht wurde, halfen die vorgefertigten Zeichnungen, eine Drehgenehmigung von den vietnamesischen Behörden zu erhalten.<br />
Dies und viel mehr erzählt die Storyboard-Ausstellung. Sie ist chronologisch aufgebaut, fasziniert mit schrillen Skizzen aus „Die Vögel“ oder „A. I.“ und verrät – ganz klar –, wie viel Kunst im Film steckt.</p>
<p><strong>Bis zum 27. November 2011 kann sie in der <a href="http://osiris22.pi-consult.de/view.php3?show=5600007370727">Deutschen Kinemathek</a> besichtigt werden.</strong> </p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1433&amp;md5=4d67ee02a6b2d2d99bab1d72ea4627db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8221;Herzsprung&#8221; trifft &#8221;Durchgedreht 24&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 10:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jenn</dc:creator>
				<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Herzsprung]]></category>
		<category><![CDATA[Improvisationstheater]]></category>
		<category><![CDATA[Kater Holzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende des Sommers und der Herbst in seiner Farbenpracht erwarten uns. Ebenso prächtig erwartet uns ein fantastisches Kunsttheater, welches uns
am 2. September in seiner voller Verrücktheit beehrt. Die Regisseurin und Theaterautorin Dominique Wolf erschuf ein Theaterkonzept der Wahrheit und der Authentizität, sei es durch die Art und Weise, wie sich Schauspieler ausdrücken oder durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ende des Sommers und der Herbst in seiner Farbenpracht erwarten uns. Ebenso prächtig erwartet uns ein fantastisches Kunsttheater, welches uns</p>
<p>am 2. September in seiner voller Verrücktheit beehrt. Die Regisseurin und Theaterautorin Dominique Wolf erschuf ein Theaterkonzept der Wahrheit und der Authentizität, sei es durch die Art und Weise, wie sich Schauspieler ausdrücken oder durch die inhaltliche Raffinesse, welche sie in ihrer Aufführung vereint. Ein Theater für Realitätsverstrahlte!</p>
<p>Das Debüt, &#8221;Durchgedreht 24&#8221;, hatte sich letztes Jahr in der Bar 25 bewiesen, worauf Dominique Wolf gleich ein weiteres aufführte und dieses Jahr sogar ihr drittes zeigt &#8211; und zwar im Kater Holzig, dem Nachfolger der Bar 25.</p>
<p>In dieser gesellschaftskritischen Aufführung werden benachteiligte Minderheiten, kulturell religiöse Ansichten, aber auch ideologische Wertungen aufgegriffen. Hitler philosophiert. Ein Mann, der eine Krankheit hat, Body Integrity Identity Disorder, tanzt Tango mit Zauberfiguren aus dem Märchenwald. Und eine alte hässliche Dame probiert, ihre Bedürfnisse nach Wärme bei einem schönen Arzt a la Adonis zu stillen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-1428" title="Herzsprung" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/NEU66581.jpg" alt="" width="422" height="281" /></p>
<p>Aber was ist das nun für ein Konzept? Normal ist es beim Theater, dass das Ende als Ergebnis zu sehen ist, doch hier spielt man ein anderes Spiel. Diesmal betrachtet man den Prozess, der unter Extrembedingungen und einfachen Situationen entsteht &#8211; er ist eigentlich die Errungenschaft der Zuschauer. Denn  das Theaterstück wird von einander völlig unbekannten Schauspielern innerhalb von nur 24 Stunden erstellt.</p>
<p>Bevor die 24-stündige Probe anfängt, darf sich jeder Schauspieler individuell auf sein fiktives Casting vorbereiten, sei es mit Mono- oder Dialogen, Filmszenen, die parallel dazu abspielen, Malerei oder auch eigener Musik. Während der Probe erhalten die Schauspieler weitere Textvorschläge, die für den Inhalt der Theateraufführung sorgen und gemeinsam mit allen besprochen werden. Dadurch gewinnt das Theaterstück an Originalität. Die Aufführungsinhalte sind Samples aus verschieden anderen Stücken, die hauptsächlich mit der eigenen Kreativität der Autorin, Dominique Wolf, sowie der Schauspieler gekoppelt sind.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-1429" title="Herzsprung" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/blind2.jpg" alt="" width="424" height="317" /></p>
<p>Während der Premiere laufen dann normal wie im Film der Ton und die Kamera mit, da schließlich eine fiktive Castingsituation entstehen soll. Der Punkt dabei ist, dass der Schauspieler durch die nicht erforschte Rolle, die ihnen in den 24 Stunden erteilt wird, eine eigene Auffassung der Person hat, und er die Rolle mit eigenst erdachtem Charme spielen kann. Da die Schauspieler mit nur einer 24 stündigen Probe ein Stück aufführen, erlebt man das Theater in einer neuen Lebendigkeit, es kommen einzelne Charakterzüge des Schauspielers hervor. Es ist nicht wie im Film, indem tausendmal die gleiche Szene gedreht wird. Es ist nicht wie beim Theater, wo man 3 Monate probt. Es ist Echtzeit, mit echten Gefühlen. Deswegen auch der Titel &#8221;Herzsprung&#8221;.</p>
<p>Wenn ihr dieses einzigartige Schauspiel erleben wollt, seid einfach am 2. September um 20.30 Uhr im Kater Holzig. Eine Karte ist für nur 7 € an der Abendkasse erhältlich. 21Uhr ist Beginn. Weitere Infos gibt es unter <a href="www.katerholzig.de" target="_blank">www.katerholzig.de</a></p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1427&amp;md5=b0db8be1fffdddea9b5c23fa0716af0a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Super 8 Preview – wenn das Unheimliche in den Hintergrund rückt</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 14:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>slava</dc:creator>
				<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[Super 8]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit der Kinobesuch ein inspirierendes Ereignis wird, braucht die Vorführung eine Mischung aus spannender Geschichte, stiller Innovation, hervorragenden Schauspielern und etwas Tradition, die den Rahmen für das eingebettete Novum schafft und eine Art fantastischen Bezug bzw. Rückkehr zur realen Welt erlaubt. Was kennen wir schon, aber irgendwie auch nicht? Was könnte auf der Leinwand den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/super-8.jpg" alt="" width="214" height="317" class="alignleft size-full wp-image-1406" / align="left" hspace="10">Damit der Kinobesuch ein inspirierendes Ereignis wird, braucht die Vorführung eine Mischung aus spannender Geschichte, stiller Innovation, hervorragenden Schauspielern und etwas Tradition, die den Rahmen für das eingebettete Novum schafft und eine Art fantastischen Bezug bzw. Rückkehr zur realen Welt erlaubt. Was kennen wir schon, aber irgendwie auch nicht? Was könnte auf der Leinwand den Atem rauben, fesseln, die Zweifel ankämpfen, den Zuschauer mitnehmen und für Begeisterung sorgen? Wie wäre es mit Aliens? Oder mit außergewöhnlichen Menschen?</p>
<p>J. J. Abrams als Regisseur und Steven Spielberg als Produzent haben in <strong>Super 8</strong> eine Geschichte entstehen lassen, die schlicht als Hommage bezeichnet werden könnte: An die kindliche Naivität und den Enthusiasmus, an das Super 8 Filmformat und an die Alien-Figur. Die Natürlichkeit der jungen Schauspieler, der abgedroschene Auftritt der US-Spezialeinheit und die Musik von Michael Giacchino ergänzen einander und deuten eine Erfolgskonstellation an.</p>
<p>Die Geschichte ist einfach: Im Sommer des Jahres 1979 bezeugen ein paar Teenager in einer kleinen fiktionalen Stadt in Ohio beim Dreh ihres Amateurfilms mit einer Super 8 ein Zugunglück. Bald darauf geschehen seltsame Dinge, Menschen und Gegenstände verschwinden. Die tatsächliche Handlung dreht sich jedoch weniger um diese Geschehnisse, vielmehr wird der Zuschauer von seinen Sympathien für die jungen Darsteller durch das Bild geführt. Sie sind interessant, ansprechend, anregend, fast idealistisch mit ihrem Vorhaben, einen Film zu drehen. Das Drumherum kommt und geht, wie ein Gefunkel, das nie das Bild verlässt, aber auch nicht wirklich da ist. Die Charaktere treten in den Vordergrund und überschatten das sonst – das darf ruhig ausgesprochen werden &#8211; einfallslose Ufo-Szenario. Sogar in einem der spannendsten Augenblicke wirkt das Gesicht des US-Spezialagenten Nelec (Noah Emmerich) furchteinflößender als der Ausdruck des unsichtbaren Wesens. Dass Aliens meistens als hässliche, oft mit Tentakeln, Antennen, Facettenaugen und kompliziertem Mundwerkzeug versehene Geschöpfe unermesslicher Intelligenz von den Filmemachern dargestellt werden, ist nicht neu. Dem Aussehen nach so unmenschlicher wie möglich, dem Wesen nach jedoch humaner als nötig. Aliens sind böse, aber ihre Boshaftigkeit resultiert meistens daraus, dass die Erdenbürger noch böser sind. Eigentlich bleibt die außerirdische Kreatur in <strong>Super 8</strong> im Hintergrund. Ihre insektartige Form wird anfangs nur angedeutet, sie besitzt Superkräfte, frisst Menschen und verfolgt seit Jahren ein einziges Ziel: <em>Sie will nach Hause</em>. Plausibel. Hätte man auf das seichte Ende verzichtet, das aber durchaus durch den Abspann ausbalanciert wird, und stattdessen auf einen nüchternen Mensch-Alien-Abschied gesetzt, wäre der fantastische Moment möglicherweise besser gelungen. Aber es gehört zu dieser Art Filme dazu, kitschige Details zu verwenden und die Großartigkeit einer Szene durch das Einsetzen der Übertreibung als Stilmittel erreichen zu wollen.</p>
<p>Es gibt brillante Alienfilme und –serien, <strong>Unheimliche Begegnung der dritten Art</strong>, <strong>E. T.</strong> oder <strong>Taken</strong> z. B., sogar in <strong>Independance Day</strong> und <strong>Men in Black</strong> scheint das Konzept <em>Alien</em> vollkommener zu sein. Doch um Aliens geht es in <strong>Super 8</strong> nicht, zumindest nicht vordergründig. Das Ziel scheint nicht gewesen zu sein, ein Alien-Bild zu schaffen, das bedroht oder verzaubert. Vielmehr wird im Film gezeigt, dass vor allem Menschen andere Menschen inspirieren, ihnen Mut machen können; dass Freundschaften den Zusammenhalt stützen und Ideen wachsen lassen. Es geht um Träume, Liebe, Freiheit und darum, loszulassen und nach vorne zu blicken.</p>
<p><strong>Super 8</strong> ist ein wunderbares Kinoereignis. Eine Empfehlung sei hiermit ausgesprochen.</p>
<p><strong>Kinostart: 4. August 2011</strong><br />
Näheres zum Film gibt es <a target="_blank" href="http://www.super8-movie.com/">hier</a>.</p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1405&amp;md5=e72df1eb4166ddd8423338367e52c82f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Wanderausstellung</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 20:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[bildende kunst]]></category>
		<category><![CDATA[die Wanderausstellung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Faustregel aus der Linguistik besagt: Je mehr Berge, desto mehr Dialekte. Ganz einfach weil die Täler in den Bergen oft so isoliert voneinander waren, dass sie genauso gut verschiedene Länder hätten sein können. Sie waren Mikrokosmen mit eigener Sprache, eigenen Sitten und eigenen Regeln. Schmale und oft nur unter Gefahr zu begehende Pfade waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1400" title="Kampmann: Ötztaler Wildspitze" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/Kampmann_Ötztaler-Wildspitze.jpg" alt="" hspace="10" width="250" height="208" align="right" />Eine Faustregel aus der Linguistik besagt: Je mehr Berge, desto mehr Dialekte. Ganz einfach weil die Täler in den Bergen oft so isoliert voneinander waren, dass sie genauso gut verschiedene Länder hätten sein können. Sie waren Mikrokosmen mit eigener Sprache, eigenen Sitten und eigenen Regeln. Schmale und oft nur unter Gefahr zu begehende Pfade waren lange Zeit die einzige Verbindung zwischen diesen isolierten Zellen und auch der einzige Weg, Waren zu transportieren und auszutauschen.</p>
<p>Der Heimatfilm instrumentalisierte die Romantik der Abgeschiedenheit, der Wanderburschen, der verbotenen Liebe, der Tradition und der Schmuggler und Jäger. Viele der in den 50er und 60er Jahren beliebten Filme waren Neuauflagen von in den 40ern in den Berliner Ufa-Studios produzierten Filmen und vermittelten den kriegsgebeutelten Deutschen ein Gefühl von Idylle und Unversehrtheit. Schon etliche Jahre vor dieser Zeit und lange bevor der Heimatfilm endgültig zum im Retrowahn wiederbelebten Trash geworden ist &#8211; nämlich schon Anfang des 20. Jahrhunderts &#8211; hatte die Berliner Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins &#8211; und das obwohl doch oder vielleicht gerade weil die Berliner in Österreich als der Inbegriff des Piefkes, des überkorrekten und militärischen Preußen galten &#8211; die Zillertaler Berge für sich entdeckt und dort Hütten und Steige errichtet, die auch teilweise heute noch existent sind und gemeinsam den „Berliner Höhenweg“ bilden.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1401 aligncenter" title="Kampmann: Hans Castorp" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/Kampmann_Hans-Castorp.jpg" alt="" width="300" height="376" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-1402" title="Foto: Jakob Zoche" src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/uploads/Jakob-Zoche_2.jpg" alt="" width="400" height="266" /></p>
<p>Diese Strukturen, sowohl die physischen als auch die psychischen, machen sich jetzt die Malerin Katrin Kampmann und die beiden Kuratorinnen Felicitas Aull und Eva Wisskirchen für ihr Projekt „Die Wanderausstellung“ zu nutze. Unter der Leitung des Kulturreferenten und Wanderleiters der Berliner Sektion des DVA Warmund Koch werden sie in den nächsten Tagen einige Etappen des Höhenweges wandern und dabei einige Arbeiten von Kampmann, die unter anderem Figuren aus Thomas Manns „Der Zauberberg“ und mit dem Klischee „Alpenwelt“ verbundene Motive zeigen, mit sich tragen. Im Projekt werden Performance, Malerei, Video und Fotografie verschmolzen und die Melange soll natürlich einerseits auf  die Wurzeln des Projekts verweisen, sie soll andererseits aber auch aus dem typischen Überangebot des Berliner Kunstzirkuses genommen und in eine Umgebung, die den Blick für die eigentlich Motivik schärfen soll, versetzt werden. Allabendlich werden die Bilder während der Wanderung auf den verschiedenen Hütten, in denen die Wanderer übernachten, ausgestellt und das ganze Projekt fotografisch und filmisch dokumentiert. Und weil nach Hause kommen doch auch ein schöner Teil vom Wandern ist, soll die Dokumentation der „Wanderausstellung“ in baldiger Zukunft zusammen mit den Bildern in eine Berliner Galerie ihres Vertrauens zurückkehren.</p>
<p>Mehr Informationen und den genauen Zeitplan der Wanderung gibt es unter <a href="http://diewanderausstellung.wordpress.com/">http://diewanderausstellung.wordpress.com/</a> und auf Facebook: <a href="http://www.facebook.com/pages/Die-Wanderausstellung%23%21/pages/Die-Wanderausstellung/131270560283007">http://www.facebook.com/pages/Die-Wanderausstellung/131270560283007</a></p>
<p>Die Veranstalterinnen freuen sich übrigens über viele weitere Teilnehmer und Kurzentschlossene können sich immer noch anmelden. Abreise ist Sonntag der 19. Juni.</p>
 <p><a href="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=1398&amp;md5=691176b8d9678e439e554f64a94fe32a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.huldigungderkuenste.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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