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Geborgenheit üben reloaded auf der hdk-Party
am 21. März 2011 von konstantina

“Innerhalb des informatisierten Produktionsprozesses fehlt die Zeit zur Aufmerksamkeit. Das heißt, erstens fehlt bei der Arbeit die Zeit, aufmerksam zu sein. Und zweitens fehlt uns die Zeit zur Zuneigung, für den Affekt, für diese Art körperlicher Aufmerksamkeit, die erotischen Charakter hat, Aufmerksamkeit für den Körper, unseren eigenen wie den anderer. Wir befinden uns also immer stärker in einer Situation, die man mit den Worten beschreibt: Uns ist die Zeit davongelaufen, und mit ihr die Aufmerksamkeit.”

Am 25.03. ist es mal wieder soweit, diesmal im Kino International. Die “Huldigung der Künste” macht wieder eine Party. Wir werden alle hingehen, uns schön machen, die neuen Skinnyjeans auspacken, den Jute-beutel mit Sterni (oder wahlweise vorgemischten Gin-Tonic) unter den Arm geklemmt, bewegen wir uns Richtung Partylocation. Abgefahren. Die Glasfront. Der Treppenaufgang. Wir schmeißen uns unters Partyvolk, quatschen über Kunst und Lifestyle, feiern die DJs, aber meckern über den Sound, der im Berghain sicher viel besser gewesen wäre. Die Sonne geht auf über Berlin und wir erleben es live mit, wegen der abgefahrenen Glasfront. Ein abgefahrener Sonnenaufgang nach einer abgefahrenen Party. Abgefahren. Wir haben Kunst gesehen oder sogar Kunst zeigen können und “wir glauben ja, das gerne zu machen, wir sind ja jetzt hier auf der Bühne, weil uns hier irgendein künstlerisch kritisches Kritik-Lifestyle-Versprechen gegeben wird und wir übersehen, dass wir nur die Bereicherung einer neo-liberalen Arschloch-Ökonomie abschirmen, die unsere Stadt mit diesen beschissen grellen Immobilien und so zerstört und dieses ökonomische Modell der kostenlosen Arbeit salonfähig macht.” Moment. Das ganze bitte noch einmal ohne Partyeuphorie:
Wir machen Kunst, wir begutachten, wir sprechen über Kunst, wir bewerten Kunst, wir nennen uns Künstler, Kunstschaffende, Kunstbegeisterte. Deshalb gehen wir auf diese Partys, unterstützen die Jungs hinter der Party, hinter der Kunst, in der Hoffnung, dass sie dann auch unsere Kunst sehen und bestenfalls unterstützen. Deshalb ist es Berlin. Gesehen und gesehen werden, unsere Kunst, wir als Kunstwerk. Abgefahren. Wir sind Kultuhauptstadt. Wegen uns und unserer Kunst ist Berlin so abgefahren, dass die Mieten steigen, die Spree mit Hotels zugebombt wird, weil jeder ein Stück vom Kuchen des Berliner Lifestyles abhaben will.
Aber “Wieso sind gerade Künstler immer noch vollgepackt mit diesem leistungsorientierten Unternehmer-Imperativ. Ich hasse diese FDP-Kunstkacke.”
Und wir schauen sie uns doch trotzdem immer wieder an, wir gehen ins Theater, wir gehen in die c/o und wir stellen uns am 25.03.2011 wieder auf eine Bühne, stellen unsere Kunst zur Verfügung. “Wir müssen dauernd diese Kunstkreativfresse ziehen, das kann doch nicht wahr sein, dass ich mich den Touristen als hipper Künstler präsentieren muss. Verdammt, ich hab Kinder.”

“Kann ich deinen Diskurs mal in den Mund nehmen?”
25.03.2011, 23.30 Uhr Kino International
Text & Regie: Malte Schlösser,
Schauspieler: Simone Jaeger, Bastian Sierich, Lisa Diringer, Vera Molitor
Dramaturgische Mitarbeit und Assistenz: Konstantina Meurs

Weitere Infos zur hdk-Party gibt es hier.





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konstantina
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der beitrag wurde am Montag, den 21. März 2011 um 21:19 uhr veröffentlicht und wurde unter hdk, theater abgelegt. du kannst die kommentare zu diesen eintrag durch den RSS 2.0 feed verfolgen. du kannst einen kommentar schreiben oder einen trackback auf deiner seite einrichten.


3 reaktionen zu “Geborgenheit üben reloaded auf der hdk-Party”
  1. Badyter am 23. März 2013 um 11:51 uhr

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